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Prof. Dr. Matei Chihaia / Romanistik
Foto: UniService Transfer

Von der Neugier auf andere Kulturen, Tattoos und den letzten Worten eines Affen

Enzyklopädische Aktivitäten des Literaturkosmopoliten Prof. Dr. Matei Chihaia

„Ich möchte den Studierenden vermitteln, dass man versuchen sollte, über den Tellerrand zu schauen und ein Bürger dieser Welt zu sein“, sagt Matei Chihaia, Professor für Französische und Spanische Literaturwissenschaft an der Bergischen Universität. Und dieses Ziel kommt nicht von ungefähr. Es ist die logische Entwicklung einer interessanten Vita. Aber von vorn. Geboren in Bukarest, der Hauptstadt Rumäniens, wächst der heutige Literaturwissenschaftler zweisprachig (rumänisch/französisch) auf. 1979 beantragen seine Eltern Asyl in Deutschland und Chihaia durchläuft das komplette deutsche Schulsystem. „Die deutsche Kultur war für meine Eltern sehr wichtig. Der Prozess der Integration hat für mich eine große Rolle gespielt, nicht nur durch die Einschulung. Ich habe da eine neue Sprache entdeckt. Auch die Liebe zur deutschen Literatur hängt damit zusammen, dass sie für mich diesen Reiz des Exotischen hatte. Es war der Versuch, durch die Bücher mehr von Deutschland zu verstehen und mehr über dieses Land zu lernen. Natürlich wurde Deutsch dann mein Lieblingsfach“, erklärt er. Verwandtschaftliche Kontakte nach England erweitern seinen Sprachenradius um das Angelsächsische und aus der Gemeinde der emigrierten Argentinierinnen und Argentinier, die ihn in Köln herzlich aufnehmen, entsteht die Begeisterung für das Spanische.
„Und diese Neugier auf andere Kulturen habe ich immer noch“, lacht er. „Ich bin in den 80er Jahren groß geworden, in der vernetztes Denken das Stichwort war. Es kam darauf an, einzelne, kulturelle Erscheinungen nicht als isolierte Phänomene zu betrachten, sondern im Gesamtzusammenhang zu sehen. In der Kulturwissenschaft stellt man doch auch fest, dass ein Autor in einer bestimmten Zeit lebt und alle kulturellen Erscheinungen, die es in der Zeit gibt -alles was vorher war- für diesen Autor eine Rolle spielen.“ In der multikulturellen Umgebung, in der Chihaia aufwächst, wird Sprache zum zentralen Thema. Er studiert Komparatistik, Romanistik und Philosophie und schreibt Seminararbeiten zur französischen, englischen, chinesischen Literatur. „Ich wollte tatsächlich Weltliteratur in ihrer Gesamtheit kennenlernen.“

Die Ergänzung von Erlesenem und Erlebtem in der Literatur

Matei Chihaia vermittelt deutschen Studierenden ein Gefühl für spanische und lateinamerikanische Kultur. Dazu nutzt er die diversen Angebote, die es Student*innen möglich machen, das Land der fremden Sprache kennenzulernen. „Es braucht immer eine Reise in dieses Land. Und deswegen bin ich glücklich, dass wir hier so viele Mobilitätsprogramme haben, so viele Möglichkeiten, Studienplätze in anderen spanischsprachigen Ländern zu bekommen. Die Studierenden haben immer die Chance, ein Semester oder sogar ein Jahr in einem solchen Land zu verbringen“, erklärt er. Für Lehramtskandidat*innen ist ein Auslandsaufenthalt sogar verpflichtend.
Werdende Spanischlehrer*innen müssen einen dreimonatigen Aufenthalt in einem spanisch sprechenden Land absolvieren. „Das ist sinnvoll“, sagt Chihaia, „denn man will nicht nur die Sprache vermitteln, es geht auch um Landeskunde und die Kultur.“
Gemeinsam mit der Anglistin Prof. Diehr betreibt er seit 2018 gemeinsam das Nicaragua-Projekt LABor (Learning across the borders) mit der Universidad Centroamericana (UCA) in Managua. Darin arbeiten Studierende in binationalen Tandems und reflektieren sowohl die individuellen Unterschiede in der Interaktion zwischen deutschen und nicaraguanischen Studierenden, als auch die soziokulturellen Realitäten der beiden Länder. Das Projekt bietet einen authentischen Lernkontext, der bei allen Teilnehmern ein kritisches, kulturelles Bewusstsein fördern soll. Da das gesamte Projekt im Blended Learning verläuft, einem Lernmodell also, das computergestütztes Lernen über das Internet mit klassischem Unterricht kombiniert, stellt es für Lehrende gleichzeitig eine neue Herausforderung dar. „Das ist eine neue Aufgabe für uns als Lehrende, diesen kritischen Umgang mit Medien zu unterrichten und den Studierenden auch beizubringen, was ein Rahmen ist. Wie können sie bestimmen, was nun Fake News sind oder zuverlässige Nachrichten? Das wiederum verbindet alle Teile der Philologien: die Fachdidaktik, die Literaturwissenschaft und die Sprachwissenschaft.“

Prof. Dr. Matei Chihaia / Romanistik
Foto: UniService Transfer

Kurze Geschichte der spanischen Literatur

Der Wissenschaftler ist sich seiner Zielgruppe immer bewusst und arbeitet momentan an der Herausgabe einer kurzen Geschichte der spanischen Literatur für deutsche Studierende, die sicher so einmalig ist. „Es wird eine Literaturgeschichte sein, die folgende Bedingungen erfüllen muss: Sie muss kurz, und auf Studierende hin geschrieben sein, die nicht viel Zeit haben, sie muss auf Spanisch sein und sie muss möglichst wenig Voraussetzungen enthalten.“ Dieses Projekt, das er mit drei Kolleginnen bearbeitet, ist vor allem vor dem Hintergrund der Voraussetzungslosigkeit besonders anspruchsvoll, „denn eine Literaturgeschichte erwartet immer, dass man die Literatur kennt, literarische Texte kennt. Wir versuchen stattdessen ausführliche Zitate aus literarischen Texten zu liefern, aber: diese haben meist ein schweres Vokabular…“, erläutert er. „Die meisten Literaturgeschichten sind sehr schwer zu lesen und sehr lang“. Ihr 2021 erscheinendes Buch „Breve historia de la literatura espanola“ wird eine entscheidende Hilfestellung bieten.

Der Golem – Künstliche Intelligenz des 20. Jahrhunderts

1915 veröffentlichte Gustav Meyrink seinen Roman „Der Golem“, einen Klassiker der phantastischen Literatur über eine Kreatur aus Lehm, die alle 33 Jahre im Warschauer Ghetto auftaucht, um die jüdische Gemeinde zu schützen. Knapp 100 Jahre später veröffentlicht Chihaia dazu das Buch „Der Golem-Effekt“, in dem er sich erneut mit dieser Figur auseinandersetzt. „Der Golem ist ein künstlicher Mensch wie Frankensteins Monster, wie die Menschen, die Prometheus geschaffen haben, wie so viele andere künstliche Menschen, die in der Literatur erscheinen“ erzählt er. „Das besondere an Golem ist, dass er zwei Elemente verbindet, die Anfang des 20. Jahrhunderts im Weimarer Kino verbunden werden: die Magie und die Technik. Die Erscheinung eines künstlichen Menschen, der nicht rein technisch und nicht rein magisch ist, hat mich an dieser Figur interessiert.“ Hinzu kommt, dass viele Autoren, mit denen er sich in diesem Zusammenhang beschäftigt, neben ihrer literarischen Aktivität auch Erfinder sind. „Die wollen alle eine bahnbrechende neue technische Erfindung machen und glauben gleichzeitig an Spiritismus sowie Psychoanalyse des Unbewussten.“ Sie verbinden sozusagen beide Ebenen literarisch miteinander, dadurch entsteht eine besondere Art von fantastischer Erzählung, von Fantastik-Erfahrung. „Der Golem ist insbesondere im Stummfilm von Paul Wegener und im Roman für mich der Inbegriff einer Überlagerung von Technik und Magie. Aber das endet nicht mit dem Kino. Ich glaube, dass es im Bereich der audiovisuellen Medien immer wieder Erneuerungen gibt, die für das Publikum ästhetische Erfahrungen bieten, mit denen sie nicht vertraut sind, um sie gleichzeitig als technisch und magisch wahrzunehmen. Die lernende Maschine, das ist der Golem!“ So ist diese Gespensterfigur in Zeiten von KI aktueller denn je.

Das Thema „Gewalt“ hat sich verändert

Chihaias Themenvielfalt, sein Interesse an so vielen Bereichen der Literatur scheint unermesslich, doch begleitet ein Sujet seine gesamte Biographie: Gewalt! So schrecklich wie faszinierend durchzieht dieser Begriff auch die gesamte Weltliteratur.
Eines seiner Forschungsgebiete ist daher das Thema der verbalen Gewalt. „Wie manifestiert sich heutzutage sprachliche Gewalt, wie manifestiert sich sprachlich-literarische Bändigung von Gewalt? Das ist das Thema meines Sammelbandes über die Gewalt als Rahmen der Interpretation von Literatur.“ Der 46-jährige erklärt die zunehmende Bedeutung von Gewalt, die allein in den letzten 20 Jahren in der Literaturinterpretation Lateinamerikas zum vorrangigen Thema geworden ist. „Es hat immer viel Gewalt gegeben. Die 70er Jahre waren dort eine ganz schreckliche Zeit in der Hinsicht: Zeit der Diktaturen. Aber Gewalt hat sich verändert. Auch die Art, Gewalt wahrzunehmen. Man ist nun sensibler für verbale Gewalt und auch sensibler für Formen von symbolischer Gewalt, d.h. dem Aufzwingen von bestimmten Normen durch eine Mehrheit, der sich dann die Minderheit unterwerfen muss. Gendergerechte Sprache ist ein solches Beispiel. Wenn wir versuchen, Gewalt gegen Frauen einzudämmen, dann gehört es dazu, eine sprachliche Diskriminierung von Frauen zu vermeiden. Damit beschäftige ich mich.“
Dass Gewalt in fast allen literarischen Themen seinen Platz hat, überprüfte der Wissenschaftler jüngst in einem aktuellen Seminar mit seinen Studierenden. „Ich habe in der ersten Stunde meine Studierenden gefragt, was sie für literarische Texte kennen, in denen Gewalt erscheint“ führt er aus und kommt mit Ausnahme von Gedanken- und Landschaftslyrik zu dem Schluss, dass „alles was als Erzählung bezeichnet wird und auch alle Dramen, gar nicht ohne gewaltsame Konflikte auskommen.“ Dazu stellt er zwei Thesen auf, die die Bedeutung von Gewalt in der Literatur verdeutlichen. „Das eine ist, dass Literatur eine Hilfe darstellt, um mit Gewalt umzugehen. Aristoteles spricht von einer Katharsis, einer Reinigung von Gewalterfahrungen. Es hat somit eine prophylaktische Funktion. Man lernt Gewalt in der Literatur kennen und wird dann davor bewahrt. Oder die Literatur ist eine moralische Anstalt, wie es Lessing formuliert. Und die andere These ist, dass wir Gewalt natürlich genießen. Wir genießen es, uns der Gewalt zu überlassen.“ Dem staunenden Blick seines Gegenübers ob solcher These begegnet der Wissenschaftler mit der prompten Antwort: „Deshalb lesen wir Krimis so gerne.“
Bei seinen Forschungen über Gewalt im Drama des 17. Jahrhunderts, fand er heraus, dass die Menschen schon damals die Frage stellten, ob das Theater die Leidenschaften der Zuschauer entgleisen lässt und stellt beim Vergleich der barocken Befürchtungen mit der heutigen Diskussion über Egoshooterspiele im Netz fest, „die Argumente damals und heute sind sehr ähnlich.“

Prof. Dr. Matei Chihaia / Romanistik
Foto: UniService Transfer

Das Thema „Gewalt“ hat sich verändert

Chihaias Themenvielfalt, sein Interesse an so vielen Bereichen der Literatur scheint unermesslich, doch begleitet ein Sujet seine gesamte Biographie: Gewalt! So schrecklich wie faszinierend durchzieht dieser Begriff auch die gesamte Weltliteratur.
Eines seiner Forschungsgebiete ist daher das Thema der verbalen Gewalt. „Wie manifestiert sich heutzutage sprachliche Gewalt, wie manifestiert sich sprachlich-literarische Bändigung von Gewalt? Das ist das Thema meines Sammelbandes über die Gewalt als Rahmen der Interpretation von Literatur.“ Der 46-jährige erklärt die zunehmende Bedeutung von Gewalt, die allein in den letzten 20 Jahren in der Literaturinterpretation Lateinamerikas zum vorrangigen Thema geworden ist. „Es hat immer viel Gewalt gegeben. Die 70er Jahre waren dort eine ganz schreckliche Zeit in der Hinsicht: Zeit der Diktaturen. Aber Gewalt hat sich verändert. Auch die Art, Gewalt wahrzunehmen. Man ist nun sensibler für verbale Gewalt und auch sensibler für Formen von symbolischer Gewalt, d.h. dem Aufzwingen von bestimmten Normen durch eine Mehrheit, der sich dann die Minderheit unterwerfen muss. Gendergerechte Sprache ist ein solches Beispiel. Wenn wir versuchen, Gewalt gegen Frauen einzudämmen, dann gehört es dazu, eine sprachliche Diskriminierung von Frauen zu vermeiden. Damit beschäftige ich mich.“
Dass Gewalt in fast allen literarischen Themen seinen Platz hat, überprüfte der Wissenschaftler jüngst in einem aktuellen Seminar mit seinen Studierenden. „Ich habe in der ersten Stunde meine Studierenden gefragt, was sie für literarische Texte kennen, in denen Gewalt erscheint“ führt er aus und kommt mit Ausnahme von Gedanken- und Landschaftslyrik zu dem Schluss, dass „alles was als Erzählung bezeichnet wird und auch alle Dramen, gar nicht ohne gewaltsame Konflikte auskommen.“ Dazu stellt er zwei Thesen auf, die die Bedeutung von Gewalt in der Literatur verdeutlichen. „Das eine ist, dass Literatur eine Hilfe darstellt, um mit Gewalt umzugehen. Aristoteles spricht von einer Katharsis, einer Reinigung von Gewalterfahrungen. Es hat somit eine prophylaktische Funktion. Man lernt Gewalt in der Literatur kennen und wird dann davor bewahrt. Oder die Literatur ist eine moralische Anstalt, wie es Lessing formuliert. Und die andere These ist, dass wir Gewalt natürlich genießen. Wir genießen es, uns der Gewalt zu überlassen.“ Dem staunenden Blick seines Gegenübers ob solcher These begegnet der Wissenschaftler mit der prompten Antwort: „Deshalb lesen wir Krimis so gerne.“
Bei seinen Forschungen über Gewalt im Drama des 17. Jahrhunderts, fand er heraus, dass die Menschen schon damals die Frage stellten, ob das Theater die Leidenschaften der Zuschauer entgleisen lässt und stellt beim Vergleich der barocken Befürchtungen mit der heutigen Diskussion über Egoshooterspiele im Netz fest, „die Argumente damals und heute sind sehr ähnlich.“

Mode – Tattoos – Piercing

Gedanken macht sich Chihaia auch über scheinbar banale Themen wie Mode, Tattoos oder Piercings, die sich im Gespräch dann als durchaus interessant entpuppen. „Das Interesse für Mode stammt aus meiner Begeisterung für die französischen Strukturalisten und für Roland Barthes, der „Das System der Mode“ geschrieben hat“, erklärt er. „Mit Mode drücken wir etwas aus und wir kommunizieren über das, was wir tragen. Das spielt in der Literatur eine wichtige Rolle“, führt er fort und verweist auf den berühmten Roman von Gustave Flaubert. „Warum trägt Madame Bovary rote Strümpfe?“ fragt er interessiert.
Auch zu den Themen Piercing und Tattoos hat der Literaturwissenschaftler eine Meinung: „Es ist ein Beispiel für Kunst, die buchstäblich unter die Haut geht. Das interessiert mich, weil ich mich für die Art wie wir Literatur und Kunst wahrnehmen, interessiere. Was macht es mit den Betrachtern? Die Haut ist das Organ, was uns vor der Außenwelt abschirmt, dass unser Inneres vor allen gewaltsamen Eindrücken schützt. Piercings und Tattoos durchstoßen diese Schutzschicht, sind ein Zeichen für eine Verletzlichkeit und eine Empfänglichkeit von Kunst. Wir lassen es zu, dass Kunst in uns eindringt und uns seelisch oder körperlich verändert. Tattoos und Piercings haben zusätzlich die Funktion, den Körper möglicherweise zu verschönern, oder Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu zeigen.“
Eine ähnliche Veränderung, erklärt er, mache jeder Mensch durch, der bei einer Theatertragödie weine, oder bei einer Komödie herzhaft lache. Es mache etwas mit dem Körper, verändere ihn.

Prof. Dr. Matei Chihaia / Romanistik
Foto: UniService Transfer

Das letzte Wort des Affen

Im Mai dieses Jahres nahm Professor Chihaia als Referent bei den Wuppertaler Zoogesprächen teil, und sprach dort über die Darstellung von Affen in literarischen Texten. Unter dem Titel „Erste und letzte Worte des Affen in der Literatur“ berichtete er dort über Beispiele sprechender Affen in Romanen und zeitgenössischen Berichten. Von Franz Kafkas Affen aus dem Bericht für eine Akademie, der zu Beginn ganz einfach „Hallo“ sagt, über Presseinformationen zu Zirkusaffen des 19. Jahrhunderts, bis zu Affen, die in Familien erzogen wurden und denen man nachsagt, dass sie alle einzelne Worte artikulieren konnten. Auch hier spielt das Thema Gewalt wieder eine entscheidende Rolle. „Bei den argentinischen Erzählern, die ich behandelt habe, geht es um die Frage: Wie bringe ich einem Affen das Sprechen bei. Das geht dann, ähnlich wie bei den Zirkusaffen, nur durch bestimmte Dressurakte. Diese Dressurakte sind notwendigerweise grausam und führen früher oder später zum Ableben des Affen“, berichtet er. „In diesen phantastischen Erzählungen sprechen die Affen teilweise kurz vor ihrem Tod noch ein Wort. Und im Fall einer Erzählung wird der Affe dadurch dressiert, dass man ihm nichts zu trinken gibt. Es ist für den Leser nicht klar, ob der Affe gesprochen hat, oder der Forscher dies nur hören wollte. Sein letztes Wort jedenfalls ist dann auch `Wasser´, was auf Spanisch `agua´ heißt, und einfach nur die Übersetzung des letzten Röchelns in Vokale sein könnte.“
Ein einzelnes Wort kann, wie in diesem Falle, den Leser tief berühren und noch lange nach der Lektüre beschäftigen. Für Prof. Chihaia ist es auf jeden Fall ein prägnanter Baustein seines kosmopolitischen Interesses an der historischen und zeitgenössischen Literatur der Kulturen unserer Welt.

Uwe Blass (Gespräch vom 24.10.2019)


Matei Chihaia studierte Komparatistik, Romanistik und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der University of Oxford (wo er einen Master of studies in European Literature erwarb) und promovierte in München über das Theater der französischen Klassik (2000). Nach der Habilitation an der Universität zu Köln und Vertretungsprofessuren in Regensburg und Köln erhielt er das Heisenberg-Stipendium der DFG. In Wuppertal lehrt er seit 2010 als Professor für Französische und Spanische Literaturwissenschaft, wo er Mitherausgeber des internationalen und interdisziplinären E-journals DIEGESIS ist. Gastdozenturen führten ihn u.a. an das Bryn Mawr College (Institut d’Études françaises d’Avignon, Frankreich), an die Universidad Andina Simón Bolívar (Quito, Ecuador) und die Universidad Nacional de La Plata (La Plata, Argentinien).